
Maklertagebuch – Woche 29
Zwischen Überraschungen, Kaufzusagen und der Erkenntnis, dass Geduld oft der beste Verhandlungspartner ist.
Es gibt Wochen, in denen man das Büro kaum verlässt.
Und es gibt Wochen, in denen man sich fragt, ob das Auto eigentlich nicht längst zum zweiten Arbeitsplatz geworden ist.
Woche 29 gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.
Wenn ich am Sonntagabend auf die vergangenen Tage zurückblicke, fällt mir auf, wie oft sich innerhalb weniger Stunden alles verändert hat. Ein Kaufinteressent sagt ab – dafür meldet sich kurze Zeit später ein anderer. Eine Preisvorstellung scheint zunächst völlig unrealistisch, entwickelt sich nach einem offenen Gespräch aber plötzlich in die richtige Richtung. Und manchmal reicht ein einziges Telefonat, damit wochenlange Unsicherheit verschwindet.
Genau das macht unseren Beruf so abwechslungsreich.
260.000 Euro – und plötzlich sieht die Welt wieder anders aus
Besonders beschäftigt hat mich in dieser Woche eine Eigentumswohnung, bei der wir schon einige Zeit in Preisverhandlungen stehen.
Die Interessentin hatte sehr offen erklärt, warum ihre Finanzierung keine höheren monatlichen Belastungen zulässt. Solche Gespräche mag ich.
Nicht, weil man sich sofort einig wird, sondern weil ehrlich miteinander gesprochen wird.
Nachdem ich das verbesserte Angebot mit der Verkäuferseite besprochen hatte, kam schließlich die Nachricht, mit der ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet hatte:
Die Verkäuferseite akzeptiert das Angebot.
Jetzt fehlt noch die Finanzierungsbestätigung der Bank. Anschließend werden wir den Reservierungstermin vereinbaren und den Kaufvertragsentwurf vorbereiten.
Manchmal braucht es eben etwas Zeit. Und manchmal lohnt sich Geduld für beide Seiten.
Nicht jede Schlagzeile erzählt die ganze Wahrheit
In dieser Woche habe ich außerdem einen Artikel für unsere Homepage vorbereitet.
Immer wieder lese ich Schlagzeilen über angeblich stark steigende Immobilienpreise.
Wenn ich anschließend ins Büro komme und mit Eigentümern, Käufern und Interessenten spreche, sieht die Realität häufig deutlich differenzierter aus.
Ja – Neubauten und Mietwohnungen werden immer teurer.
Ja – gute Immobilien verkaufen sich weiterhin.
Aber sanierungsbedürftige Häuser oder Wohnungen mit überzogenen Preisvorstellungen bleiben heute oft deutlich länger am Markt als noch vor wenigen Jahren.
Deshalb finde ich es wichtig, auch einmal die Sicht aus der täglichen Praxis zu schildern – nicht aus Statistiken, sondern aus Gesprächen mit echten Menschen.
Technik darf Arbeit erleichtern – nicht erschweren
Auch hinter den Kulissen war einiges los.
Mit unserem neuen onOffice-Upgrade beschäftigen mich derzeit viele neue Möglichkeiten rund um KI, Automatisierungen und digitale Prozesse.
Ich gebe zu: Nicht jeder Test funktioniert sofort perfekt.
Aber genau deshalb probieren wir Dinge aus.
Wenn am Ende Interessenten schneller Antworten erhalten, Eigentümer besser informiert werden und Abläufe einfacher funktionieren, hat sich der Aufwand gelohnt.
Laufen hilft beim Nachdenken
Ein kleiner persönlicher Moment zum Schluss.
Nach Feierabend bin ich in dieser Woche wieder einige Kilometer gelaufen.
Interessanterweise kommen mir viele gute Ideen nicht am Schreibtisch, sondern irgendwo zwischen dem dritten und fünften Kilometer.
Vielleicht liegt es daran, dass das Telefon einmal nicht klingelt.
Vielleicht daran, dass der Kopf endlich Ruhe bekommt.
Wie auch immer – einige Gedanken für kommende Vermarktungen und neue Projekte sind genau dort entstanden.
Mein Gedanke der Woche
Diese Woche hat mich wieder daran erinnert, dass Immobilienvermittlung selten aus spektakulären Momenten besteht.
Es sind die vielen kleinen Entscheidungen, ehrlichen Gespräche und manchmal auch die Geduld, die am Ende dazu führen, dass aus einer Besichtigung ein Kaufvertrag wird.
Genau deshalb macht mir dieser Beruf auch nach vielen Jahren immer noch Spaß.
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche.
Ihr Thomas Dörnhoff
Dörnhoff Immobilien – seit 1968. Persönlich. Ehrlich. Nah am Markt.








